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Welche Gefahren bringen Dieselfahrverbote mit sich?

2019-08-03 08:00
Welche Gefahren bringen Dieselfahrverbote mit sich?
In über 30 deutschen Städten müssen Fahrer von Dieselfahrzeugen mit Maßnahmen rechnen, die den Gebrauch solcher Fahrzeuge einschränken oder verbieten.
In Berlin gilt seit Ende Juni 2019 ein Fahrverbot für Diesel auf elf Straßenabschnitten.
Auch in Stuttgart, Frankfurt und Aachen wurden entsprechende Einschränkungen angekündigt.
Hamburg hat bereits ein Dieselfahrverbot umgesetzt.
Im Februar 2018 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass Fahrverbote auch ohne einheitliche Bundesregelungzulässig sind. Bei Überschreitung der Emissionsgrenzwerte müssen die Behörden Luftreinhaltepläne aufstellen. Diese Pläne definieren Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte – darunter auch Fahrverbote für Diesel.
Neben Heizkraftwerken und Industrieanlagen sind Dieselautos einer der Hauptverursacher für die Überschreitung der NOx-Werte.
Wo und seit wann gelten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge?
  • Hamburg:
  • Seit dem 31. Mai 2018 gilt ein Fahrverbot auf rund 600 Metern der Max-Brauer-Allee für Diesel unterhalb der Abgasnorm Euro 6.
  • Auf ca. 1,6 Kilometern der Stresemannstraße gilt das Verbot nur für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, wenn sie nicht der Norm Euro 6 entsprechen.
  • Bußgelder: Pkw-Fahrer zahlen 25 €, Lkw-Fahrer 75 €.
  • Stuttgart:
  • Seit Januar 2019 gilt in der Umweltzone ein Fahrverbot für alle Diesel mit Euro-4 oder schlechter.
  • Bußgeld: 80 €.
  • Frankfurt:
  • Seit September 2019 besteht ein Fahrverbot im Stadtzentrum für Fahrzeuge mit niedrigerem Standard als Euro 6.
  • Aachen:
  • Auch hier drohte ab Januar 2019 ein Fahrverbot, basierend auf einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts.
  • Das Land NRW legte Berufung ein.
  • Berlin:
  • Seit Ende Juni 2019 gilt ein Fahrverbot auf mehreren Strecken, u. a.:
  • Leipziger Straße, Reinhardtstraße, Brückenstraße, Friedrichstraße, Kapweg, Stromstraße, Leonorenstraße und Alt-Moabit.
  • Weitere 117 Straßenabschnitte könnten folgen.
Welche Städte sind als nächstes betroffen?
Voraussichtlich werden in über 30 weiteren Städten Fahrverbote folgen, da die Grenzwerte regelmäßig überschritten werden.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat 28 Klagen zur Luftreinhaltung eingereicht.
Zu den gefährdeten Städten zählen u. a.:
  • Großstädte: München, Köln, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Bonn, Mainz, Wiesbaden.
  • Mittelstädte: Düren, Paderborn, Darmstadt, Offenbach, Limburg, Heilbronn, Ludwigsburg, Backnang, Esslingen, Marbach, Reutlingen.
In über 60 Städten werden die Grenzwerte derzeit überschritten – somit sind auch dort Fahrverbote grundsätzlich möglich.
Welche Dieselfahrzeuge sind betroffen?
Laut Bundesverwaltungsgericht dürfen Fahrverbote für Euro-5-Diesel erst ab September 2019 ausgesprochen werden.
Seither ist der Verkehr für alle Fahrzeuge unter Euro-6-Norm verboten – was etwa 80 % der derzeit fahrenden Dieselautos betrifft.
Zukünftig könnten jedoch auch Euro-6-Diesel betroffen sein, da Tests gezeigt haben, dass einige Modelle mehr Schadstoffe ausstoßen als Euro-5-Fahrzeuge.